Sonntag, 23. Oktober 2016

Travelling - Kreta - Agios Antonios Canyon

Eine der prägendsten Erfahrungen unseres letzten Urlaubs war der Trip zum Agios Antonios Canyon. Hier habe ich gelernt, dass ich zu mehr fähig bin als ich jemals gedacht habe, dass ich in der Lage bin, meine eigenen Ängste zu überwinden und dass genau das mir riesige Freude bereitet.


Alles fing früh morgens an. Von den Mitarbeitern der Hapimag-Anlage hatten wir einen Geheim-Tipp bekommen. Statt - wie alle anderen Touris - eine lange Tour durch die Samaria-Schlucht zu machen, haben wir uns für einen kleineren unbekannteren Canyon entschieden. Wie aus einem Abenteuer-Film, hat man uns gesagt. Und wer kann bei solchen Versprechen schon widerstehen?

Rucksäcke gepackt, Navi eingestellt und schon ging es durch Berg und Tal zum Eingang des Agios Antonios Canyon. Ich hab es an anderer Stelle schon mal getan, aber auch jetzt will ich unbedingt darauf hinweisen, dass ein vernünftiges Auto auf der bergigen Insel Gold wert ist. Ein kleines übrigens auch. ;-) Denn wer sich durch enge steile Gassen und dicht bebaute Städte schlängeln will, kommt mit einem dicken SUV nicht weit.


Am Eingang der Schlucht angekommen sieht zunächst alles ziemlich harmlos aus. Nette Schilder weisen in eine gemütliche Taverne, andere zu dicken trägen Eseln, die ihre Köpfe über dicke Holzzäune den Besuchern zum streicheln entgegen strecken. Dafür hatten wir an dem Morgen aber keine Zeit, schließlich hat ein echtes Abenteuer auf uns gewartet.
Die ersten Meter durch die Schlucht sind easy. Mit ordentlichen Schuhen schafft das jeder und kann zwischen üppigem Grün die frische Luft genießen. Am Boden der Schlucht schlängelt sich ein mehr oder weniger voller Fluss seinen Weg zwischen die Felsen hindurch. Man passiert eine erste wackelige Holzbrücke, die sich aber hervorragend als Fotomotiv eignet. Danach trifft man einen gemütlichen Grillplatz und jede Menge Sitzfelsen. Wer sich nicht anstrengen mag, für den ist hier definitiv Schluss. Maximal der Gang zum Antonios-Denkmal ist noch drin. Die kleine Kapelle ist in Stein gehauen und viele Pilger lassen hier seit Jahrhunderten Opfergaben zurück. Ich finde solche Stätten immer faszinierend. Man kann die Geschichte, die in den Felsen steckt, richtig spüren.

Für uns ging es allerdings weiter. An der zweiten Brücke hat man die Wahl. Geht man rechts, wandert man über einen einigermaßen gut ausgebauten Wanderweg und kann irgendwann einen steilen Weg hoch zu einem Aussichtsplateau kraxeln. Die Aussicht ist fantastisch! Geht man allerdings links über die Brücke und weiter die Schlucht hinab, lässt man sich auf ein richtiges Abenteuer ein.
Da wir wirklich sehr früh auf den Beinen gewesen sind und den Eingang der Schlucht schon gegen acht Uhr betreten haben, war kein anderer Mensch zu sehen. Um uns herum nichts weiter als Felsen, tropische Pflanzen, die ein bisschen an Urwald erinnern, bunte Schmetterlinge und singende Vögel.
Ich rate jedem, sich hier ab und zu die Zeit zu nehmen, stehen zu bleiben und sich umzusehen. Ganz im ernst, so stelle ich mir das Paradies vor! Allerdings weniger anstrengend. Denn der Weg durch das Paradies ist steinig und nicht gut ausgebaut. Zwischendurch fühlt man sich wie Indianer Jones...in weiblich natürlich. Hat nur noch mein Hut gefehlt. Strickleitern helfen, sich an riesigen runden Felsen hinab zu schlängeln, provisorische Holzleitern führen über Abgründe und teilweise ziemlich reißende Flussteile und statt einem vernünftige Geländer, schützen einen nur Kletterseile davor, von den fußbreiten Klettersteigen zu stürzen. Man quetscht sich zwischen Felsen hindurch, watet durch Flussläufe und kann, wenn man sehr mutig ist, sogar unter einem versteckten Wasserfall duschen.
Aber was rede ich viel herum, die Fotos sprechen Bände!












Wer ein echtes kleines Abenteuer erleben möchte, sollte genau diesen Ausflug machen - aber nicht allein! Denn allein ist hier wirklich ziemlich allein. Vier Stunden sind wir durch die Schlucht geklettert und keiner Menschenseele begegnet. Wenn hier etwas passiert, kann einem niemand so schnell helfen. Vorsicht ist also geboten, aber es lohnt sich!

Samstag, 13. August 2016

Travelling - Kreta - Preveli, der Palmenwald

Kaum eine Insel ist so abwechslungsreich und interessant wie Kreta. Neben breiten weißen Sandstränden ragen steile Küsten auf, Felsen unterbrechen das türkise Meer und grüne Oasen sorgen überall für den nötigen Schatten.


Kaum 15 Minuten Fahrt von der Hapimag Anlage in Damoni liegt einer der berühmtesten Strände der Welt: der Palmenstrand in Preveli. Aus einer tiefen Schlucht heraus fließt ein Fluss auf geschwungenen Wegen ins Meer. Kurz davor, ein breiter Sandstrand, geschützt durch hohe Felsen. So ein wunderbares Panorama.

Wir haben uns mit dem Auto in Richtung Preveli aufgemacht. Ein paar Minuten Fahrt über geschwungene Straßen, Berge hoch, Berge runter, typisch Kreta eben. Am Ende erreicht man einen Parkplatz, fast ganz oben auf einem Berg. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick in die Ferne und auf die steile Treppe, die man runtersteigen muss, wenn man den Palmenstrand erreichen will. Achtung, hier braucht ihr wirklich festes Schuhwerk und für Leute mit Knieproblemen ist der Weg nun wirklich nicht geeignet. Aber auch wenn es ein bisschen anstrengend ist, der Abstieg allein lohnt sich total. Auf kleinen Aussichtsplattformen kann man sich kurz ausruhen und jede Menge Fotos schießen. Und von da aus kann man auch den ersten Blick auf den Strand erhaschen.
Wer übrigens keine Lust auf den Abstieg und vor allem den Aufstieg hat, der kann auch mit dem Boot fahren. Von Plakias und vom Strand der Hapimag Anlage fährt eine Art Shuttle-Boot ein paar Mal am Tag die kurze Strecke nach Preveli. Die Küste ist wunderschön, also lohnen sich die paar Euro, die man für die Fahrt investieren muss.
Online habe ich übrigens auch gelesen, dass man auch durch die Schlucht selbst Richtung Meer und umgekehrt wandern kann. Das ist aber wohl nur etwas für geübte Wanderer und Schwimmer, denn der Weg soll ein bisschen abenteuerlich sein. Für uns eigentlich kein Problem, aber wir hatten eine ähnliche Tour schon ein paar Tage vorher absolviert und die steckte uns noch in den Knochen. Mehr dazu lest ihr dann im nächsten Kreta-Post.



Am Strand angekommen kann man in der kleinen urigen Bar entweder was snacken oder sich in die Sonne knallen. Da wir schon genug Sonne gehabt haben und die Haut ein bisschen schonen mussten, sind wir im Palmenwald spazieren gegangen. Dicht an dicht wachsen hohe Plamen und wenn man nach oben schaut, kann man den Himmel zwischen den Felsen erkennen. Einfach ein traumhafter Ausblick und an Tagen, an denen es nicht ganz so voll ist, sehr entspannend. Für solche touristischen Orte empfehle ich euch, ganz früh hinzufahren. So habt ihr den Wald für euch ganz allein und könnt ganz in Ruhe zwischen den Bäumen und Pflanzen herumturnen, immer begleitet vom leisen Plätschern des Flusses, in dem man übrigens auch super baden gehen kann. Man kommt sich ein bisschen vor wie auf einer verwunschenen einsamen Insel. Echt wunderschön.







So, ich träum jetzt noch ein bisschen von Kreta...und ihr vielleicht auch?
Alles Liebe, eure Kathy

Freitag, 1. Juli 2016

Travelling - Kreta, ein unvergesslicher Start

Schon ganz ganz lange haben wir uns einen Urlaub auf Kreta gewünscht. Wie oft hab ich schon das Internet nach den perfekten Urlaubszielen durchforstet und bin immer wieder bei dieser Insel hängen geblieben?! Und als es dieses Jahr darum ging, wohin es uns führen soll, hat die Insel ganz laut "Hier" geschrien und gewonnen!


Das Ziel: Damnoni. Ein kleines Örtchen im Süden der Insel, umgeben von schroffen Felsen, eingerahmt vom blauen Meer und kahlen Bergen. Ich kann euch nur eines sagen: ich habe es geliebt.

Wenn man von den Flughäfen aus die schmalen und oft ziemlich kurvigen Schnellstraßen Richtung Süden fährt, Ziegen und Schafen am Wegesrand begegnet, Straßen durch lange Schluchten mit tiefen Abgründen und kleinen grün-bunten Oasen folgt und ein Mal die gesamte Insel durchquert, endet man irgendwann wieder am Meer. Und genau dann hat man sein Ziel erreicht.
Unser Hotel in Damnoni liegt in einer Bucht, vor malerischem Hintergrund, wirkt ein bisschen wie eingeschlagen in den Berg, so schlängeln sich die bunten Häuser den Hang hinauf. Ganz unten findet sich ein wunderschöner Pool, von dem aus ich direkten Blick auf das Meer hatte. Das liegt nämlich nur ein paar Meter entfernt.
Hach, was ein Luxus!


Eines hat mich die Insel übrigens gelehrt, für Stillstand und herumliegen ist sie nur bedingt geeignet. Denn wer das tut, verpasst ihren Zauber, ihre Vielfältigkeit und ihre größte Stärke. Da wir vorab schon ordentlich recherchiert haben, wusste wir das natürlich und haben einen Wagen gemietet. Hier direkt mein erster Tipp: Lasst euch einen Wagen mit ordentlich PS geben. Mit einem kleinen lahmen Auto kommt ihr zwischen den Bergen nicht weit, und genau das wollen wir ja: weit und hoch hinaus. ;-)

Direkt in Damoni lohnt es sich übrigens, die Wanderschuhe oder Joggingschuhe auszupacken. Auf windigen Pfaden kann man zwischen Felsen direkt die Berge und Hügel hoch laufen, die Aussicht genießen und sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Wer in den heißen Monaten die Insel besucht, der sollte solche kleinen Ausflüge ganz früh starten. Das hat dann natürlich auch den Vorteil, dass man den Sonnenaufgang voll und ganz und vor allem ganz ungestört und allein genießen kann.
Da wir viele Ausflüge geplant haben, sind wir leider nur ein Mal dazu gekommen, einen Berg hochzujoggen. Aber es hat sich gelohnt. Plötzlich standen Ziegen neben uns und wir haben einen Brunnen ganz oben auf dem Hang gefunden. Eine traumhafte Aussicht und richtiges Griechenland-Feeling, dabei ganz ursprünglich.
In unserem Hotel gab es übrigens jede Menge Tipps für besonders schöne Laufstrecken und Spaziergänge. Das klingt zwar unspektakulär, war aber was ganz Besonderes.

Ein weiterer Tipp von mir: die Küste von der einzig richtigen Seite aus erleben: vom Wasser aus. Ob mit dem Boot oder als Wassersportler, mit dem Wind im Gesicht und dem Wasser unter den Füßen lässt sich die Sonne gleich doppelt so gut genießen. Ich habe einen kleinen Ausflug mit dem Boot die Küste entlang gemacht und mein Kapitän hat mir dabei auch einen ganz besonderen Ort gezeigt: Calypso. Eine weiße Stadt, direkt in den Stein gehauen. Wer Ruhe und Abstand will, ist dort genau richtig.











Im nächsten Post folgen einige Ausflugstipps und noch gaaaaaaaaaanz viele viele Fotos. ^^

Fühlt euch gedrückt,
eure Kathy